Kunstschmiedearbeiten setzen Akzente
Kaum, dass der Mensch der uralten Zeiten das eigene Heim gebaut hat, entstand das lebensnotwendige Problem, das Heim vor den Feinden zu hüten. Die ersten einfachen Einfriedungen aus Stein oder Holz transformierten sich im Laufe der Jahrhunderte in das raffinierte Gitter von strenger Romantik bis zum schmucken Barock und filigranartigen Rokoko, auch Spätbarock genannt.
Romantische Gitter der XI-XII Jahrhunderte wurden am meisten aus den senkrechten Stäben zusammengestellt und mit den flachen Spiralen, vierblättrigen Kleemotiven und anderen Mustern innerhalb der Gitterrahmen gefüllt.
Gotische Gitter der XII-XV Jahrhunderte, fein und zierlich, schmückten die Sakramentshäuschen. Das Pflanzenornament wurde oft vergoldet, um den Dekoreffekt zu verstärken.
Renaissance löste am Ende des XV Jahrhunderts die Gotik ab und dann fing die Blütezeit in "bürgerlichen" Bauwesen richtig an. Die Gitter wurden sowohl aus vierkantigen als auch aus runden und flachen Stäben hergestellt und mit verschiedenen Motiven dekoriert: in der Frührenaissance - mit Spiralen, Schnecken, Flechtwerken und säbelartigen Blättern.
Allmählich wurde der Dekor komplizierter: Man schmückte das Gitter mit Blumen und Blättern, Büsten und Figuren, man verzierte es mit leuchtenden Farben. Die Gitter wurden sehr populär und haben einen Doppeleffekt gewonnen: erstens konnte jeder mit den Gittern von der Straßenseite liebäugeln und zweitens fühlte sich dabei der Besitzer geschützt.
Barock brachte gegen Ende des XVI Jahrhunderts den Dynamismus in die Gittermuster. Akanthussprösslinge, Palmetten, Kartuschen, Schnecken, Blumen und Laub folgen aufeinander und bilden dabei herrliches verwirrtes Gestrüpp mit dem Perspektiveeffekt.
Rokoko vertiefte noch mehr Dynamismus der Gitter. Die Ornamente wurden filigranartiger und stellten die ununterbrochene Bewegung der Sprösslinge, Girlanden von Blättern und Blumen und anderen Motiven dar. Zum Ende des XVII Jahrhunderts kehrte man zu klassischen senkrechten und waagrechten Linien in der Gitterarchitektonik zurück.
Die Tore, die nicht wegzudenken Bestandteile von jeder Art der Umzäunung, wurden auch von den Kunststilen geprägt. Zusammen mit Gittern und Zäunen schmücken die Tore die Strassen, verfeinern die Außenarchitektur und tragen dabei die wichtige ästhetische Funktion.
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Stäbe, Handläufe, Zierelemente, Kleinteile, Beschläge gehören ebenso in das Liefer- und Fertigungsprogramm des Kunstschmiedes.