Kachelöfen - Inbegriff der Behaglichkeit
Der Kachelofen gilt seit jeher als Inbegriff der Behaglichkeit. Dies verdankt er insbesondere der von ihm ausgehenden Strahlungswärme, die vom Menschen als besonders angenehm empfunden wird.
Die äußere Gestalt ist vielfältig und fast immer eine andere, da sie die persönlichen Vorstellungen des Besitzers spiegelt. Kachelofen ist nicht gleich Kachelofen.
Unabhängig von der Stilrichtung, die klassisch, rustikal oder modern sein kann, unterscheidet man Grundöfen und Warmluftöfen. Als bewährter Dauerbrenner hat sich der Grundofen längst einen Namen gemacht: Mit einer Aufheizzeit von zwei bis vier Stunden zwar träge, sorgt er mit seinem hohen Speichervermögen für lang anhaltende Wärme.
Das Prinzip: Der Grundofen besteht aus einem vor Ort gesetzten, zweischaligen Feuerungsraum, keramischen Nachheizzügen sowie einem dicken Kachelmantel. Dieser speichert die Wärme und gibt sie zeitverzögert hauptsächlich als Strahlungswärme und zu einem kleineren Teil als Konvektionswärme wieder ab.
Strahlungswärme ist für den Menschen besonders angenehm, da sie geradlinig und gleichmäßig abgeleitet wird. Erwärmt werden feste Stoffe wie Wände oder die Zimmerdecke. Von dort wandern die Strahlen zurück und tauchen den Menschen in ein regelrechtes Wärmebad. Die Temperatur an der Oberfläche des Ofens bewegt sich zwischen 50 °C und 90 °C. Sie ist abhängig von Dicke und Material der Kachelwände.
Besonders geeignet aufgrund ihrer guten Wärmespeichereigenschaften und Wärmeleitfähigkeit sind Keramik und Speckstein. Der Grundofen ist ein optimaler Wärmespeicher für einen Raum, er kann jedoch auch in die Wand gesetzt werden und dann zwei Räume mit Wärme versorgen. Befeuert wird normalerweise mit Holz.
Im sogenannten Grundkachelofen erwärmen die Verbrennungsgase von Holz oder Kohle Schamottesteine und Kacheln; die Wärme wird dabei überwiegend als Strahlung abgegeben, die sich auf den Boden und die Wände überträgt. Der geringen Staubaufwirbelung stehen die lange Anheizzeit und das hohe Ofengewicht als Nachteile gegenüber.
Bei einem Warmluftofen sind die Kacheln zu einem Mantel vermauert, der einen Hohlraum umschließt. Darin ist ein Heizeinsatz montiert. Davon ziehen die Gase in Röhren vergleichsweise schnell zum Schornstein. Die Raumluft, die am Heizeinsatz vorbeistreicht und durch Gitter in den Raum strömt, kann sich schneller erwärmen.
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