Fertighaus

 
Fertighaus aus Massivholz
Bauschäden

Bauschäden durch Fertighausanbieter

 

Tendenziöse Presse- und Fernsehberichte über schlecht gebaute Fertighäuser und Ausbauhäuser verunsichern immer wieder einmal die Bauherren. Schwarze Schafe gibt es jedoch in jeder Branche, nicht zuletzt im herkömmlichen Hochbau. Im Fertigbau wird bestimmt nicht schlechter gearbeitet, als im Massivbau.

Wie aber kann der Verbraucher erkennen, ob er es mit einem schwarzen Schaf zu tun hat? Zunächst kann (und sollte) er sich Referenzobjekte ansehen und mit den Hausbesitzern sprechen. Dann kann jedermann bei seiner Bank oder Sparkasse eine sog. Bankauskunft über eine Firma einholen. Bankauskünfte sind aber nicht immer sehr aussagestark. Besser ist es da noch, eine Kreditauskunft einzuholen. Da Privatleute selten Mitglied z.B. des Vereins Creditreform sind, sollte man sich an einen befreundeten Geschäftsmann wenden, der einem diese Gefälligkeit erweist. Kosten fallen natürlich an, sie liegen bei etwa 35 bis 50 €. Immer noch besser, als reingefallen zu sein.

Sollte ein Fertighausanbieter insolvent werden, ergeht es Ihnen nicht anders, als wenn der Bauunternehmer insolvent geworden ist. Der Bauherr hat dann schlechte Karten, wenn er nicht Zug-um-Zug gezahlt hat, also immer nach Baufortschritt, sondern wenn er dem Hersteller mehr Geld überwiesen hat, als diesem eigentlich nach Stand der Bauarbeiten zustehen würde.

Die Bauschäden, die beim Bau eines Fertighauses auftreten, sind ähnlich denen, mit denen es die Sachverständigen zu tun haben, wenn es im Massivbau auch nicht so richtig geklappt hat:

Nässeschaden in den Kellerwänden - aber der Fertighaushersteller hat den Keller oft gar nicht gebaut, sondern natürlich ein "Massivbauer". Und der hat die Wände nicht fachgerecht von außen abgedichtet.

Störende Schallübertragung, insbesondere Trittschall, läßt darauf schließen, dass die Schalldämmung zu gering ausgelegt oder fehlerhaft eingebracht wurde.

Schimmelbildung - mehr vom Gesetzgeber verursacht, als von den Fertighausanbietern. Seit der Gesetzgeber das absolut winddichte Haus verlangt, nehmen die Schäden zu (auch im Massivbau). Schimmel bildet sich gerne da, wo die Wärmedämmung der Außenwand fehlerhaft ist. An kalten Stellen läßt sich Wasserdampf nieder, idealer Nährboden für Schimmel entsteht. Auch die Hausbelüftung kann fehlerhaft sein oder der Hausherr lüftet generell zu wenig. Schimmelschäden sind mehr selbst verschuldet, als die Bauherren annehmen. Über dieses Thema gibt es bei uns in der Infothek zahlreiche Abhandlungen!

Ist ein schwerer Bauschaden aufgetreten, ist gute anwaltliche Beratung wichtig. Ein Sachverständiger wird oft hinzugezogen - dann aber bitte einer, der Holzbauingenieur ist oder eine artverwandte Ausbildung hat.

Was die Sachverständigen sonst noch an Bauschäden feststellen, sind häufig solche, die die Hausbesitzer selbst versursacht haben. Klassisches Beispiel ist das Aufschlitzen der Wand, um nachträglich Telekommunikationskabel zu verlegen. Dabei wurde dann die Dampfsperre beschädigt und die Folie gar nicht oder nur schlecht mit Reparaturbändern verklebt. Nicht selten tritt auch ein Bauschaden auf, den der Fertighausanbieter wirklich nicht zu verantworten hat. Dann nämlich, wenn ein Ausbauhaus gekauft wurde und der Bauherr und seine Helfer unfachmännisch gearbeitet oder falsches Material eingebaut haben.

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