Fertighausfinanzierung
Der Kauf eines Fertighauses ist in den meisten Fällen nur über Kredite oder Darlehen zu finanzieren. Vor Beginn eines Kaufes sollte auf jeden Fall ein exakter Finanzierungsplan erstellt werden. Kann man die erforderlichen Mittel, die man im Finanzierungsplan festgelegt hat, aufbringen und liegt die Rückzahlung samt der nötigen Zinsenlast in erträglichem Rahmen, dann kann man mit ruhigem Gewissen zur Verwirklichung schreiten.
Das Bausparen
Bausparen ist die heute wohl günstigste Form der Kreditfinanzierung. Der Abschluss eines Bausparvertrages wird durch staatliche Zuschüsse (Prämien) unterstützt und gefördert. Damit wird das Ansparkapital rascher aufgestockt und nach der Ansparzeit ist ein zinsgünstiger Kredit (6 % p.a.) vom Doppelten der Ansparsumme gewährleistet. Bei der Rückzahlung dieses Kredites gibt es steuerliche Abschreibmöglichkeiten, je nach Familienstand verschieden hoch.
Zu beachten ist jedoch, dass die Bausparmittel (wie auch die der später aufgezeigten Wohnbauförderungsmittel) nur in äquivalenten Prozenten der Gesamtherstellungskosten des Bauwerkes ausbezahlt werden.
Dies scheint auch der Hauptgrund dafür zu sein, dass der Kauf von "Ausbau-Fertighäusern" sprunghaft zugenommen hat, denn man bekommt schon wenige Wochen nach Baubeginn nicht nur ein mit Fenstern, Türen, Fassadenputz und Innenwänden ausgestattetes Haus, sondern kann auch schon zirka 60 % der Förderungsmittel in Anspruch nehmen.
Die für diese Baustufe nötigen Mittel lassen sich mitunter auch durch Zwischendarlehen finanzieren, sollte sich ein Bausparkredit oder eine Förderungszusage nicht so schnell einstellen. Man sollte auch nicht die Vorteile vergessen, ein außen fertiges, abgeschlossenes und abgesichertes Objekt zu besitzen, das man je nach finanziellen Möglichkeiten fertigstellen und in Teilbereichen sogar schon bewohnen kann. Auch der Nachbar wird sich freuen, wenn das Bauvorhaben nicht zu einer "Dauerbaustelle" wird.
Das Wohnbauförderungsdarlehen
Neben oder zusätzlich zu Bausparkrediten werden heute Wohnbauförderungsdarlehen gewährt. Wohnbauförderungsmittel der Bundesländer können bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen und Auflagen zusätzlich zu einem Bauspardarlehen beansprucht werden, haben eine lange Laufzeit und niedrige Verzinsung, wobei auf die Rückzahlungszinsen auch noch Annuitätenzuschüsse gewährt wird.
Sowohl auf die Zuteilung von Bausparverträgen wie auch auf die Wohnbauförderungsmittel muss jedoch gewartet werden. Wer mit dem Baubeginn nicht so lange warte möchte, wird bei seiner Hausbank oder bei einem Finanzierungsinstitut um einen Zwischenfinanzierungskredit ansuchen und dazu die Anspruchsrechte auf Bauspardarlehen oder Wohnbauförderungsmittel dem Finanzierungsinstitut abtreten. Wartezeiten, Zinskonditionen und Zuteilungsfristen sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich (siehe Kapitel Wohnbauförderung).
Fragen zur Bautechnik beantworten Konsumentenberatungsstellen, die Beratungsstellen der Ingenieurkammer sowie die Bundes- und Landesinnungen des Baugewerbes.
Auch die Fertighausberater stehen dem Interessenten von der ersten allgemeinen Bauberatung über die Klärung sämtlicher Details (Baugrunddaten, Bauvorschriften, Hausform, Raumbedarf, Grundriss, Lieferumfang, Technik, Baukosten) bis zur Schlüsselübergabe mit Rat und Tat zur Seite. Der Interessent hat so bis zum Vertragsabschluss einen kompetenten Partner an seiner Seite.
Bau- und Finanzierungsberatung
Die Feststellung der eigenen finanziellen Möglichkeiten für die Anschaffung eines Eigenheimes sollte grundsätzlicher Ausgangspunkt für die Überlegung eines Hauskaufes bzw. Hausbaues sein.
In vielen Fällen zeigt es sich, dass die Wunschvorstellungen mit den finanziellen Möglichkeiten nicht übereinstimmen und dennoch versuchte "Gewaltakte" nicht nur zu Enttäuschungen, sondern auch zu hohen finanziellen Verlusten führen können.
Wie ideal immer das Wohnen im eigenen Haus auch sein mag, der nötige Aufwand für die "Anschaffung" wie auch für die "Erhaltung" muss in einer vernünftigen Relation zum Familieneinkommen stehen. Dabei ist auch noch zu beachten, dass sich innerhalb des Familieneinkommens unverhoffte Änderungen und Verschiebungen ergeben können, sei es, dass Familienmitglieder aus dem Familienverband ausscheiden, sei es dass Arbeitsplätze - und damit auch geregelte Einkommen - entfallen können.
Für letztere Fälle sind auch "Wohnbeihilfen" gedacht.
Es wäre jedoch grundwegs "falsch" anzunehmen, solchen Wohnbeihilfen auch als "Finanzierungsbestandteil" für den Kauf eines Eigenheimes heranziehen zu können.
Für eine umfangreiche Finanzierungsberatung stehen dem Interessenten nicht nur Banken und Sparkassen zur Verfügung, sondern auch die anbietenden Firmen selbst haben heute ein geschultes Personal, und dieses kann feststellen, ob eine "Realisierung" des Wunschgedankens möglich ist.
In solchen Fällen sollte jedoch ein solcher "Finanzierungsplan" Bestandteil eines Kaufvertrages werden.
Firmenunabhängig arbeiten aber sogenannte "Freie Beratungsstellen", die sich besonders mit dem Kauf von Fertighäusern befassen.
Diese Stellen werden von der Fertighauswirtschaft als große Hilfe gewertet, gibt es doch immer wieder, gerade bei der Finanzierungsfrage, große Schwierigkeiten.
Die Finanzierungsberater arbeiten eng mit Banken und Sparkassen - und hauptsächlich mit den Bausparkassen - zusammen und wissen auch über die öffentlichen Förderungen Bescheid.
Nachdem die günstigste Finanzierungsform gefunden ist, sind sie behilflich, beim ausgewählten Kreditinstitut die nötigen Darlehen zu bekommen.
Die Tätigkeit der Beratungsstellen ist für die Bauinteressenten kostenlos, und sie arbeiten völlig firmenneutral.
Wesentlich schwieriger ist es, umfangreiche bautechnische Beratungen zu erhalten.
Seit dem Wegfall der "Bauzentren" als unabhängige und neutrale Organisation verbleiben heute nur noch die Konsumentenberatungsstellen, die Beratungsstellen der Ingenieurkammer sowie der Bundes- und Landesinnung der Baugewerbe.
Ein Großteil dieser nötigen Aufklärungsarbeiten muss daher von Aufklärungsbroschüren übernommen werden.
Eine andere Form der Beratung liegt im kaufmännischen und bautechnischen Bereich. Der Fertighaus-Berater begleitet seine Klienten von der ersten allgemeinen Bauberatung über die Klärung sämtlicher Details (Baugrunddaten, Bauvorschriften, Hausform, Raumbedarf, Grundriss, Lieferumfang, Technik, Baukosten) bis zur Schlüsselübergabe.
Der nicht sattelfeste Bauinteressent kann mit dem Fertighaus-Berater zur gewünschten Firma gehen und hat die Gewissheit, dass bei Vertragsabschluss keine Fehler passieren oder wichtige Dinge vergessen werden.
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